Schlagwort: Rosenkavalier

Platoon äh Platthuhn

Platoon äh Platthuhn: um ein Huhn so platt auf den Grill oder in den Ofen zu bekommen, schneidet man ihm einfach das Rückgrat raus, wie in diesem Video beschrieben. Anschließend noch die Flügel stutzen, damit es nicht vom Grill fliegt. Natürlich wird man die weggeschnittenen Teile nicht wegwerfen, sondern in den nächstgelegenen Suppentopf werfen.… weiterlesen

Manchmal hör‘ ich sie fließen unaufhaltsam

Kerstins zweiter Todestag

Die Zeit im Grund, Quin-quin, die Zeit,
die ändert doch nichts an den Sachen.
Die Zeit, die ist ein sonderbares Ding.
Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts.
Aber dann auf einmal,
da spürt man nichts als sie:
sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen.
In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie,
in meinen Schläfen fließt sie.
Und zwischen mir und dir da fließt sie wieder.
Lautlos, wie eine Sanduhr.
Oh Quin-quin!
Manchmal hör‘ ich sie fließen unaufhaltsam.
Manchmal steh‘ ich auf, mitten in der Nacht
und lass‘ die Uhren alle stehen.

(Hugo von Hofmannsthal: Der Rosenkavalier)

Premierenfieber – too darn hot


In der Premierenaufführung von „Kiss me, Kate“ einen Augenblick lang vergessen, daß die Schallstücke vom Weinbauern aus 0,3mm dünnem Blattgold gefertigt sind. Im Vorfeld der Premiere gab es in Dresden Irritationen über das Werbeplakatmotiv der Staatsoperette:… weiterlesen

Bachmannpreisträger 2004: Uwe Tellkamp

TellkampDer Schlaf in den Uhren:
Manchmal hör ich sie fließen unaufhaltsam. Manchmal steh ich auf, mitten in der Nacht, und laß die Uhren alle stehen.

Ein Text, der mit einem Zitat aus dem „Rosenkavalier“ beginnt, der kann doch nur gut werden und einen Preis verdienen. Tellkamp fährt in diesem Text mit einer Tatra-Straßenbahn durch Dresden mit den Haltestellenschildern aus Pappe, wie sie gegen die Fenster schlugen. Sehr schön. Geräusche, die später durch Klingklangklong: NächsteHaltestelle (Conny Grotsch) verdrängt wurden.

Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie.

Aus dem Text ‚Der Schlaf in den Uhren‘ soll ein gleichnamiges Buch werden, nicht gleich, aber irgendwann, nach ‚Der Turm‚, einem wohl recht autobiografischen Roman, welcher die letzten Jahre der DDR beschreiben soll. Fein.

Zur Zeit ist erst einmal Tellkamps zweiter Roman ‚Der Eisvogel‚ erhältlich.

Bei der Welt online gibt es noch einen Text von Uwe Tellkamp: „Märchen von den Scherenschnitten