Schlagwort: kerstin

Der andere blies das Klappenhorn

Klapphornvers

Zwei Knaben gingen durch das Korn,
Der andere blies das Klappenhorn,
Er konnt‘ es zwar nicht ordentlich blasen,
Doch blies er’s wenigstens einigermaßen.

Klapphornverse wie dieser finden sich in den „Fliegenden Blättern„, reich illustriert: eine Fundgrube für den Humorfreund, dankenswerterweise digital aufbereitet verfügbar auf den Seiten der Universitätsbibliothek Heidelberg. Überhaupt hat HEIDI einen beachtlichen Fundus an Bildern, der zu durchforsten lohnt. Mehr zu den Versen und ihren Varianten bei Werner Hadulla. Klappenhörner sind die Neandertaler unter den Blechblasinstrumenten. Sie sind nahezu ausgestorben. Nur mit Klarinettenmundstück haben sie als Saxophone überlebt. … weiterlesen

Manchmal hör‘ ich sie fließen unaufhaltsam

Kerstins zweiter Todestag

Die Zeit im Grund, Quin-quin, die Zeit,
die ändert doch nichts an den Sachen.
Die Zeit, die ist ein sonderbares Ding.
Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts.
Aber dann auf einmal,
da spürt man nichts als sie:
sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen.
In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie,
in meinen Schläfen fließt sie.
Und zwischen mir und dir da fließt sie wieder.
Lautlos, wie eine Sanduhr.
Oh Quin-quin!
Manchmal hör‘ ich sie fließen unaufhaltsam.
Manchmal steh‘ ich auf, mitten in der Nacht
und lass‘ die Uhren alle stehen.

(Hugo von Hofmannsthal: Der Rosenkavalier)