Schlagwort: Hugo von Hofmannsthal

Manchmal hör‘ ich sie fließen unaufhaltsam

Kerstins zweiter Todestag

Die Zeit im Grund, Quin-quin, die Zeit,
die ändert doch nichts an den Sachen.
Die Zeit, die ist ein sonderbares Ding.
Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts.
Aber dann auf einmal,
da spürt man nichts als sie:
sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen.
In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie,
in meinen Schläfen fließt sie.
Und zwischen mir und dir da fließt sie wieder.
Lautlos, wie eine Sanduhr.
Oh Quin-quin!
Manchmal hör‘ ich sie fließen unaufhaltsam.
Manchmal steh‘ ich auf, mitten in der Nacht
und lass‘ die Uhren alle stehen.

(Hugo von Hofmannsthal: Der Rosenkavalier)

Teschek, bedien Dich!

Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal: Arabella, gesehen in der Oper Chemnitz. Wie schon beim Ontärrgong-Film festgestellt, scheinen nur noch wenige Schauspieler und Sänger zu begreifen, daß für männliche Rollen wie in ‚Arabella‘ die der Grafen und deren Dienerschaft das Rollenverständnis auch eine gewisse körperliche Grundhaltung – Rückgrat – beinhaltet. Kammersänger Siegfried Vogel ist da eine Klasse für sich, jede Bewegung paßt zu einem Rittmeister a.D. Graf Waldner.

Teschek, bedien Dich.

Der Teschek ist ein Trottel, wie die sehr aufschlußreiche Datenbank zur deutschen Sprache in Österreich von Dr. Gregor Retti sagt.