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Seemann, hast du mich vergessen?

Operette in der DDR: Kevin Clarke schrieb dem „Neuen Deutschland“ einen Artikel, wie ihn die deutlich dezimierte ND-Leserschaft vermutlich gern liest: „Fast so, als würde man sich in [der Staatsoperette] Dresden für die eigene [DDR]-Vergangenheit schämen.“ Er beklagt eine fehlende Forschung zum Thema und fehlende CDs bzw. Aufführungen. „Seemann, hast du mich vergessen?“ Nun ja, was die Aufführungen betrifft, ist es meiner Ansicht so wie mit allen Ausgrabungen: es muß einen wichtigen Grund geben, Stücke, die einst ihr Publikum fanden, wieder auf die Bühne zu bringen. Schmissige Musik allein reicht nicht, das zeigten zahlreiche Beispiele von ehrgeizig ausgegrabenen Musiktheatertiteln an verschiedensten Theatern, die vielleicht Perlen der Musik enthalten, dramaturgisch aber überhaupt keinen Anlaß zur Wiederaufführung boten und rein musealen Charakter trugen. Dann doch bitte die Musik in den Vordergrund rücken und konzertant aufführen und danach die Noten schnell wieder vergraben! Sozialistisches Musiktheater? Will keiner mehr sehen. Die Musik indes ist wie so oft eine nähere Betrachtung wert.
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