Historisch informierte Hupen

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Ich bin ja ein Freund von großen Hupen. Die New York Times berichten nun, daß Gershwin im „Amerikaner in Paris“ 1928 wohl gar nicht gestimmte Hupen in a, b, c und d haben wollte, sondern wohl besser daran getan hätte, den verwendeten Taxihupen Nummern zu geben. Da das im Artikel erwähnte youtubevideo mit der Aufnahme von 1929 in Deutschland derzeit nicht ohne weiteres gespielt werden kann, hab ich es mal auf soundcloud geschoben. Da kann man hören, daß sich das doch viel authentischer nach Verkehrslärm anhört, als mit den seit Toscanini 1945 verwendeten gestimmten Hupen. Harnoncourt-Apologeten werden nun also nicht eher ruhen, bis sie in den Automobilmuseen dieser Welt historische Pariser (!) Taxi(!)hupen aufgetan haben. Alle anderen werden sich zumindest um entsprechende Nachbauten (Kolberg, bitte reagieren) kümmern. Sollten Sie also im Dresdner Verkehrsmuseum jemanden an Oldtimerhupen fummeln sehen…

Apropos historische Aufführungspraxis: der B-Note Verlag hat sich die Mühe gemacht, die aus schmutzigen monetären Urheberrechtsgründen vom Markt genommene Urfassung des Werks neu herauszugeben. Siehe dazu das sehr lesenswerte, online verfügbare Vorwort der Partitur. Bei Gershwin ist ja überhaupt in Sachen Originalquellen noch recht viel zu entdecken, da das verfügbare Aufführungsmaterial seiner Kompositionen nach meiner Erfahrung gelinde gesagt meist mieserabel ist. Die Quellenlage ist außerdem oft äußerst schwierig, da Gershwin wohl überwiegend nicht selbst instrumentiert hat. Die unterschiedliche Qualität der Instrumentationen einzelner Songs ist mir insbesondere bei „Pardon my english“ recht störend aufgefallen. Continue reading „Historisch informierte Hupen“

Frühling!

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Mir ist auch schon ganz frühlingshaft. Hier das Seeadler-Pärchen Anna und Uku bei ersten Übungen. Im Baltikum gehen die ersten Nest-Web-Kameras an den Start. Im zugehörigen Forum gibt es schöne Bilder und Videos zu sehen, wenn der Livestream mal wieder zusammengebrochen ist. (Kein Wunder, immerhin befindet sich die solarbetriebene Kamera mitten im Wald. Wenn da Schnee auf den Solarpanels liegt, kann das Internet schon mal so langsam sein wie in Sachsen-Anhalt. Im Zusammenhang mit Frühlingserwachen habe ich eine neue Vokabel gelernt: Stierigkeit. Das Prinzip geht bestimmt auch mit Menschen anzuwenden.
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Ausgerechnet Bananen

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„Ausgerechnet Bananen,

 

Bananen verlangt sie von mir!

 

Nicht Erbsen, nicht Bohnen,

 

auch keine Melonen,

 

das ist ein‘ Schikan‘ von ihr!

 

Ich hab Salat, Pflaumen und Spargel,

 

auch Olmützer Quargel,

 

doch ausgerechnet Bananen,

 

Bananen verlangt sie von mir!“

Ein Höhepunkt im Berlin-Film „Eins, Zwei, Drei“ von 1961 ist der Cameoauftritt Friedrich Hollaenders, er singt in „Ausgerechnet Bananen“ vom Olmützer Quargel und dirigiert mit einer Fackel.

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And just like that it came

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Wie ein Instagram-Film: „A Single Man“ (2009) mit Colin Firth in der Hauptrolle, nach einem Roman von Christopher Isherwood, dem wir übrigens mit „Goodbye to Berlin“ unter anderem auch die autobiografisch angelegte Vorlage zu „Cabaret“ verdanken.

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Theater 3D

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Apple hat seine viel gescholtenen Karten aufgehübscht und unter anderem für Dresden neue 3D-Ansichten spendiert. Übers Kraftwerk Mitte sind die Apple-Helicopter in einem Augenblick geflogen, als die beiden zukünftigen Zuschauerräume noch Einblicke erlaubten. Während die Bauarbeiten derzeit im Plan liegen, versucht im Stadtrat derzeit wieder jeder, sich auf Kosten einer sinnvollen Arbeit zu profilieren. Hoffen wir, daß es nicht allzu schlecht wird:„In der Staatsoperette wurde leider an der Akustik gespart“.  Continue reading „Theater 3D“