Sommerurlaub mit Hans Fallada

Single2000

Diesmal eine Alleinfahrt mit Literatur, eine Bildungsreise also. Wie immer ging es nicht um Kilometermeierei, sondern um Erholung. Deshalb waren die zurückgelegten Strecken eher kurz, die Pausen und Landgänge eher ausführlich.

SingleheckAlles geht rein! Single2000-Heck offen. Dieses Jahr hab ich in Küstrinchen aufgebaut, auf dem nicht so tollen Biwakplatz beim Fischer.


Das Bild oben entstand am Biwakplatz Kolbatzer Mühle. Ganz neu eingerichtet, nett. Mal sehen wie lange. Weils da so nett war hab ich da auch zwei mal übernachtet.


Am Berg Umtragestelle vom Krüselinsee zum Dreetzsee: ca. 25 Höhenmeter wie Fitzcarraldo hochkraxeln und dann wieder 15 Höhenmeter runter, insgesamt 400m Landweg: Dieser Abhang mag nichtssagend aussehen. Aber er entscheidet mein Schicksal. (Kinsky in Fitzcarraldo)


Wenn ich nicht gewußt hätte, daß da auf der anderen Seite ein Zeltplatz auf mich wartet – ich hätte den Berg nicht geschafft. Im Hintergrund sieht man den Krüselinsee, im Vordergrund den Zeltplatz am Dreetzsee. Der war recht preiswert, im Gegensatz zu dem in Carwitz, mit Wasserwandererabteilung direkt am Ufer und somit meine ideale Ausgangsbasis für Tagestouren ohne Gepäck nach Carwitz und in die nördlich angrenzenden Seen bis nach Feldberg. Daß der Spielplatz gleich neben meinem Zelt bis tief in die Nacht von Kindern mit einstelligem Alter frequentiert wurde, hat mich schon ziemlich gewundert. Da war es 2003 auf dem Platz im Hexenwäldchen mit mehr Kindern abends ruhiger.

Urlaubslektüre:
Fallada „Heute bei uns zu Haus“ von Hans Fallada. Das Buch gibt in Romanform die Carwitzer Zeit Falladas wieder.

Vater und Sohn„Mein Vater und sein Sohn“ veröffentlicht den Briefwechsel zwischen Uli Ditzen und seinem Vater Rudolf Ditzen (Hans Falladas bürgerlicher Name).




Natürlich habe ich auch das Wohnhaus der Ditzens besucht, 1A Lage, der Mann hatte Geschmack. Schöner Garten, großer Balkon mit Seeblick. Hier kann man leben.


Das Bienenhaus in Falladas Carwitzer Garten. Ihm ist ein ganzes Kapitel im Buch ‘Heute bei uns zu Haus’ gewidmet. Die bunten Bienenbeuten sind nur Attrappe für der Falladafilm gewesen, nun sinds Attrappen für die Museeumsbesucher. Man beachte links das Holz-2er-Kajak, welches schon länger da liegt, allerdings in bedauernswertem Zustand.

EcholotZuhause habe ich dann mal wieder das „Echolot 1943“, Walter Kempowskis Konvolut von Kriegstagebüchern und -briefen in 4 Bänden, hervorgeholt, und die Carwitzer Tagebuchnotizen und Briefe Rudolf Ditzens quer durch die vier Bände herausgepickt. Sind ziemlich bäuerlich gehalten, mit Niederschlagsmengen, Außentemperatur und der Meldung, daß der Fuchs ein Huhn totgebissen hat.

Mühle Die Mühle ohne Rad in Carwitz. Sie hat ja doch ein Rad, aber eben nur das kleine, welches sie nach dem Winde dreht. Das große Windrad hatte der Müller zur Finanzierung seiner Dampfmühle in den Westen, genauer nach Holland verkloppt. An dem Bild hab ich noch ein wenig herumgefriemelt, nicht zuletzt auch mit Unterstützung von Dirk Jesse.

Panorama Von der Mühle hat man dann einen wunderbaren Panoramablick über den Dreetzsee und den schmalen Luzin.


DuracellZum Abschluß gab es per Auto noch einen Besuch im Faltbootkabinett in Lychen bei Bredows (hmm, Website dauerhaft abgeschaltet…), wo die vielen Gerippe und Häute das Falterherz höher schlagen lassen.

SnoopyHier gibt es mal nur zwei besonders ausdauernde Paddler zu sehen, den Duracell-Hasen und Snoopy. Die Boote waren so schlecht ausgeleuchtet und dreckig, daß ich keine schönen Fotos machen konnte.