„Das Hügelverbot“, eine Wagner-Operette

pöööööt

Ohne Größenwahn läuft an der Oper sowieso nichts.” (F.C. Delius, „Die Flatterzunge„)

Das schöne Wort „Hügelverbot“ machte diese Woche die Runde. Es klingt wie von Richard Wagner persönlich erdacht und ist wohl schon eine ganze Weile in familiärer Benutzung. Es sind auch Steuergelder, mit deren Hilfe da in Bayreuth auf der Bühne große Oper und hinter der Bühne Operette gespielt wird. Gewinner werden wohl wie so oft Anwälte und Medien sein. Auch anderswo gibt es immer mal wieder Ran­kü­ne unter Künstlern: in Buffalo macht ein Oboist seinen Kollegen das Leben schwer. Wenn soziale Schwierigkeiten auf dem Gebiet der Musik ausgetragen werden, ist sowieso alles vorbei. Der recht unangenehme Kollege hat schon eine ziemlich dicke Personalakte: mal wünschte er, nicht mehr neben seinen Holzbläserkollegen sitzen zu müssen, mal beklagt er sich darüber, daß das Vorgeben des Kammertons nicht extra honoriert wird. Vorwürfe, er spielte absichtlich unsaubern, zu langsam oder bewußt unmusikalisch zeigen, wes Geistes Kind er ist. Sowas will man nicht im Orchester haben. Passiert aber.


Nun zu erfreulicherem: ich war mit Alexander Keuk im Konzert, Leonard Bernsteins Oper „A quiet Place“ in der leider sehr Gläsernen Manufaktur. Das ist kein leiser Ort, kein stiller Garten. Schon vor der Tür Lärm:  Vögel werden per Lautsprechergezwitscher vergrämt, damit sie sich nicht an der Glasfassade das Genick brechen. Abgesehen von Automobil-Assoziationen in der Oper (Verkehrsunfalltod, eingespielte Highway-Filmchen) ist diese Technikfabrik nicht nur aus akustischen Gründen ein denkbar ungeeigneter Ort, um eine Kammeroper aufzuführen. Hätte es nicht in Dresden passendere Orte gegeben, um ein solches Familienkammerspiel aufzuführen? Sicherlich sind da Sponsorenzwänge ein Grund. Die trotz reduzierter Orchesterbesetzung nötige akustische Verstärkung der Sänger führte nicht nur zu einem Ungleichgewicht zwischen Sängern und Orchester, zu fehlender Ortbarkeit der Stimmen, sie zerstörte leider jegliche kammermusikalische Intimität, in den Ensembleszenen führte das zu langweilendem Lärm. Deutsche Übertitel sind bei englischem Text zwar nett, englische wären aber perfekt, und beim internationalen Anspruch der Musikfestspiele auch naheliegend gewesen. Schön, in der Reihe der hervorragenden Gesangssolisten Henriette Gödde zu sehen und zu hören, es scheint im Fach Gesang an der Dresdner Musikhochschule doch nicht alles vergebens zu sein. Was die Musik betrifft: mehr Bernstein spielen, auch die unbekannteren Titel!

Eine Rezension von Manuel Brug zu dieser Aufführung.

Plankton der Woche:

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Rotschwänzchenfütterung. Im Garten sind regelmäßig ein Buntspecht und ein Schluckspecht zu Besuch.

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Der Hybi hat diesmal Strähnchen getönt.