Sächsischer Koalitionsvertrag 2009: Alles auf Anfang für die Kultur

Dr. Georg Unland

Nach 5 Jahren kommen im Koalitionsvertrag die selben kulturellen Euphemismen vor wie 2004:

„Wir setzen uns dafür ein, dass die Profile der Museen, Orchester und Theater stärker herausgearbeitet und Synergien genutzt werden. Dabei sollen engere Kooperationen, neue Organisationsformen sowie gegebenenfalls Fusionen geprüft und umgesetzt werden.“

Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Hier in Sachsen lassen sich alle paar Jahre mit Theaterfusionsgutachten leicht ein paar Euros dazuverdienen!

Man kann eigentlich nur hoffen, daß Dr. Georg Unland das Wissenschafts- und Kulturministerium zugeschlagen bekommt. Das wäre seit Jahren wieder ein Kulturminister von Format, im Grunde der erste seit Prof. Dr. Hans-Joachim Meyer.

[UPDATE 27.10.2009] Das Görlitzer „Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen“ (Leitung: Prof. Matthias Theodor Vogt) hat ein schönes Stück vom Gutachtenkuchen bekommen (180000€) und legt in seinem Gutachten die Staatsoper Dresden und das Sorbische National Ensemble und den „sorbischen Teil“ des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen mit dem Staatsschaupiel Dresden zusammen. Wie originell. Bautzens Landrat Michael Harig dazu: „Es mag der ein oder andere gute Vorschlag enthalten sein. Im Kern ist das Gutachten jedoch nicht das Papier wert, auf dem es steht.“
Dann sind allerdings 180000€ ein Schnäppchen.