An der GEMA sparen?

Walter Kollo

Wie ich hier schon mal beschrieben habe, gibt es GEMAfreie und lizenzfreie Musik von Komponisten, die mindestens 70 Jahre tot sind, zum Beispiel ist seit 2007 die Musik von Gershwin und Ravel gemeinfrei, 2010 könnte beispielsweise ein Walter-Kollo-Revival folgen. Welche Auswirkungen das auf die von der GEMA profitierende Komponisten hat, schreibt Moritz Eggert in seinem Blog:

Unter der Hand wird darauf hingewiesen, dass es zu einem massiven, bisher noch nie so da gewesenen Einnahmenrückgang in der Sparte E im Jahre 2008 gekommen ist, und zwar um 12,49% (Über1 Million Euro weniger als im Vorjahr). Dieser wird nicht etwa mit der Wirtschaftskrise in Zusammenhang gebracht sondern mit “Änderungen im Aufführungsverhalten der Veranstalter”, die zunehmend rechtefreies Repertoire bevorzugen.

Die Sparmöglichkeit GEMA-freie Musik hat also ganz direkte Auswirkungen auf den ohnehin schwierigen Broterwerb als Komponist in unserer Zeit. Auch Walter Kollo, Ravel und Gershwin waren mal Komponisten, die auch von ihrer Musik leben wollten, was dem einen besser und dem anderen schlechter gelang.

Die aktive Vermeidung GEMA-pflichtiger Musik schadet also nicht nur Verlagen, die erfolgreiche Stücke melken vermarkten, sondern auch direkt Komponisten, die ohnehin um (Ur-)Aufführungen kämpfen, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

[Ergänzung 30.12.2011] An dieser Stelle möchte ich auf den Podcast Chaosradio Express 164 Urheberrecht verweisen. Und noch ein nettes Video anhängen.
Eure Mütter – Der Typ der bei der Gema die Titel eingibt ist ein…
httpv://www.youtube.com/watch?v=jiOTKjXZaYI

2 comments

  1. Musiker melken wohl auch recht erfolgreich Stücke, z.B. in dem die Werke nicht mehr in originaler Besetzung, unvollständig oder als Zitaten Poutpourie dem Hörerohr gegen Geld offeriert werden.

  2. Da war z.B. Richard Strauss ein ganz großer Fan von… Und Johann Strauss und Johann Bach.

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