Bezaubernd ist sie heute wieder!

Heute habe ich mir mal wieder Richard Strauss‘ „Capriccio“ in der Dresdner Inszenierung und Büh­nen­bild von Marco Arturo Marelli angesehen, wegen Thielemann und wegen wohl einer der letzten Chancen, Renée Fleming in Dresden in der Rolle der Gräfin Madeleine zu erleben. Die vielbesungenen Kulissen aus dem Jahre 1993 wirkten inzwischen nicht mehr ganz so reinweiß wie zur Premiere, aber immer noch so abstrahierend und klar, fast wie ein Apple Store der heutigen Tage. Auf der obigen Abbildung sieht man eine Zeichnung des Uraufführungsbühnenbilds von Rochus Gliese, München 1942, welches noch recht nahe an den Strausschen Anweisungen in der Partitur angelegt ist.

„Der vordere Teil des Saales weitet sich rechts und links zu halbrunden geräumigen Nischen, deren Wandarchitektur teilweise mit Spiegeln verkleidet ist. Einige zwanglos gestellte bequeme Sitzmöbel. Kerzenbeleuchtung an den Wänden. Zur Mitte, in den schmäleren Teil des Saales, führen zwei Stufen hinauf. In der linken Seitenwand ist die Tür zum Speisesaal. In der rechten Seitenwand führt eine Tapetentür auf die Bühne des Schlosstheaters. An derselben Wand weiter vorne stehen eine Harfe, ein Notenpult und, mehr zur Mitte des Raumes gerückt, ein Clavecin (Tafelklavier). Im Hintergrund hohe Fenstertüren, die auf eine Terrasse führen, mit Ausblick auf den Park. In den rückwärtigen Ecken wird der Saal durch Glastüren begrenzt. Dahinter erstrecken sich zu beiden Seiten galerieartige Räume mit Fenstern zur Terrasse. Links gelangt man zum Haupteingang des Schlosses, rechts in die Orangerie“

Wenn man genau hinsieht, erkennt man durchaus einen ähnlichen Aufbau wie bei Gliese.


Apple Store Pudong (Shanghai)

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