Samensolo mit Brahms


Gelesen: „Herr Merse bricht auf„,  Roman von Karin Nohr

Was das Buch sicher nicht ist (Verlagsbeschreibung): „Ein Roman für Frauen, die wissen wollen, wie Männer wirklich ticken.“

Was das Buch vielleicht ist: „Ein Roman von einer Frau, die vorgibt zu wissen, wie Männer wirklich ticken.“

Auch wenn die Titelfigur ein im Wahnsinn endender Hornist ist, hat mich die Geschichte nicht überzeugt. Die Sprache holpert, wenn sie nicht gerade aus halbseitigen Zitaten vom „Mann ohne Eigenschaften“ besteht. So bekommt man ein Buch auch voll. Brahms‘ Horntrio und der Vornamenlose Detmolder Hornist Cordes werden erwähnt, und zwar in einer Art Buchbesprechung, die einem Schüleraufsatz entnommen zu sein scheint.

Die „Stelle“ mit dem Samensolo hätte vielleicht MRR fasziniert, wirkt aber wie der Rest des Buchs konstruiert aus weiblichem Wunschdenken.

Das neue Buch von Karin Nohr, Vier Paare und ein Ring“, möchte ich gar nicht erst lesen, schon weil in der Inhaltsangabe mit Wagner in der Semperoper gedroht wird.