Claude Cueni: Das große Spiel

Wieder mal ein Buch bis zur letzten Seite durchgeschmökert: Claude Cuenis Romanbiographie über einen der bedeutendsten Geldtheoretiker seiner Zeit, John Law. Trotz der dem Mainstreamgeschmack geschuldeten Schwächen ein lesenswerter Bilderbogen der Zeit von 1671 bis 1729 aus den wichtigen europäischen Zentren dieser Zeit: Edinburgh, London, Venedig, Paris. Viele Personen der Zeitgeschichte werden mit der Romanfigur verwoben, von „Robinson Crusoe“-Erfinder Daniel Defoe, welcher seinen Namen Foe in de Foe bzw. Defoe ändert, über Ludwig XIV. und seinen Nachttopf bis zu Charles de Secondat, Baron de Montesquieu, welcher John Law in Venedig kurz vor dessen Tod besuchte. Schön auch die eingebaute Stelle bei den Augustiner-Mönchen des Hospizes auf dem Grossen Sankt Bernhard, welche die bekannten Bernhardinerhunde als Lawinenhunde züchteten.
Es sind die kleinen Puzzlesteine, die Details, wie zum Beispiel die Erwähnung der Lully-Oper „Thésée“ inklusive dem recherchierten Datum einer Aufführung, die den Reiz des Buchs von Claude Cueni ausmachen, der große Bogen, der auch das allzu handwerkliche überstrahlen würde, fehlt ein wenig.
Hier gibt es eine finanzhistorische Abhandlung zu John Law von Stephanie Albring, und hier die Website von Claude Cueni mit Bildern zum Buch.