Demokratie wagen

Waldschlösschen

Nachdem über ein Jahr seit dem Bürgerentscheid vergangen ist, ohne daß mit dem Bau der Waldschlösschenbrücke begonnen wurde, tagt derzeit die UNESCO in Vilnius u.a. zum Thema Welterbestatus des Dresdner Elbtals. Dies wird von der Grünen Liga Sachsen zum Anlaß genommen, zu einer Demonstration aufzurufen.

Nun ist die Waldschlösschenbrücke sicher eine hässliche Sache, besonders was die bunkerartige Anbindung an die Neustädter Seite, den zunehmenden Verkehr, die gefällten Bäume des Radeberger Viertels oder die viel diskutierte Störung der Blickachsen im Elbtal betrifft. Aber es gibt einen gültigen Bürgerentscheid, also die breitestmögliche demokratische Entscheidung. Auch wenn mir das Ergebnis so ganz und gar nicht gefällt, ist diese Entscheidung sicher sehr wichtig, nicht zuletzt als Maßstab, wie ernst es den Dresdnern mit den zur Verfügung stehenden demokratischen Mitteln ist.

Ich denke, daß es nun an der Zeit wäre, die Brücke zu akzeptieren und die beste aller Elbquerungen an dieser Stelle zu bauen: von einer Anbindung der Straßenbahn ist schon lange keine Rede mehr, eine 4spurige Auto-Elbquerung ist sicher an dieser Stelle fehl am Platze.

3 comments

  1. Es wurde aber auch irgendwann auf Bundesebene entschieden, der UNESCO beizutreten. Auch dahinter steckt irgendwo Demokratie …

  2. Hmm, „Welterbe bedeutet, dass vor Ort nicht ohne Einbeziehung der weltweit geltenden Regeln entschieden werden kann“, heißt es aus Vilnius. Dem gegenüber steht König Kurt mit einem DNN-Interview:

    Ich engagiere mich auch deshalb, weil ich die nach dem Bürgerentscheid in Gang gesetzte Diskussion eigentlich mit dem demokratischen Grundgedanken eines Bürgerentscheids für unvereinbar halte. Normal ist, dass die Minderheit, die unterliegt, die Entscheidung der Mehrheit akzeptiert.

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