2/3 Trittico

Dilek Gecer als Suor Angelica„Schwester Angelika“ und „Gianni Schicchi“ an den Landesbühnen in Radebeul. Naja, was Operndirektor Horst Otto Kupich da zeigt, ist schon die härtere Variante der Auslegung des Stoffs, etliche blutige Phantasien, Puppen mit Schere im Leib etc. muß man nicht auch noch auf der Opernbühne sehen. Frauen in Ornat, die sich selbst kasteien und ansonsten eher weltlichen Dingen wie Bügeln nachgehen, geben eher das Bild einer Nervenheilanstalt mit Ergotherapie ab, als ein Klosterleben. Er hatte wohl eher den Buß- und Straf-Charakter des Klosteraufenthalts herausstellen wollen, von Frömmigkeit bzw. von Religion überhaupt war in den Klostermauern nichts mehr zu spüren. Selbst die finale Marienerscheinung wird profanisiert, kein Glorienschein, keine Erlösung. Statt dessen immer wieder lieblos ausgeschnittene unassoziierbare Zeitschriftenbildchen, welche auf das Bühnenbild projiziert wurden: Leute! Dann macht doch wenigstens die Buchstaben weg, wenn Ihr schon aus solchen Quellen schöpfen müßt!
Erwähnenswert neben der hervorragenden Dilek Gecer in der Titelpartie ist noch die junge Dame im Hintergrunde, die ewig mit abgewinkeltem Arm diese Beruhigungsspritze in die Höhe recken darf, ohne zu wackeln. Respekt! Ob die wohl eine Armstütze unterm Kleid hatte?
Bei Gianni Schicchi kann man ja nicht viel falsch machen. So versöhnte der zweite Teil des Abends dann all die, welche kein Blut sehen können.