Dunkelrote Rosen

Während im Kulturpalast bis zu 32 Hände nach dem Schwingen eines Plauener Taktierers in die Tasten hieben gab es eine wesentlich interessantere Veranstaltung der Dresdner Musikfestspiele im Deutschen Hygienemuseum: „Carmen, nach einer Oper von Georg Bizet“ (Ankündigung Hygienemuseum). Das Atelier Blaumeier, in Bremen beheimatet und dort längst kein Geheimtip mehr war zu Gast in Dresden vor erfreulicherweise vollem Hause im Rohbau des großen Saals im Hygienemuseum, musikalisch geschickt begleitet vom Bremer Kaffeehausorchester und vom Blaumeierschen Chor mit dem genialen Namen ‚Chor Don Bleu‘. Ich hatte den Eindruck, daß eine solche Arbeit mit geistig und körperlich behinderten Menschen wohl so manchem Regisseur und so manchem Musiker gut tun würde, um (wieder) einen sehr direkten Bezug zu ganz rudimentären und als sebstverständlich vorausgesetzten Gefühlsäußerungen zu bekommen.

Die [TAZ] schreibt über einen Probenbesuch: Spielfreude, die Schauspieler und Musiker gleichermaßen verbreiten.

Außerdem habe ich mit Erfolg an den Musikfestspielen teilgenommen:

Und hier für alle, die schon mal für die Zugabe bei Blaumeiers den Text üben wollen:

Dunkelrote Rosen bring ich, schöne Frau!
Und was das bedeutet, wissen Sie genau!
Was mein Herz empfindet, sagen ich’s nicht kann
Dunkelrote Rosen deuten zart es an!
Ein tiefverborg’ner Sinn liegt in den Blumen drin‘,
Gäb’s nicht die Blumensprache, wo kämen Verliebte hin?
Fällt das Reden uns schwer, müssen Blumen her
Denn was man nicht zu sagen wagt, man durch die Blume sagt!
Dunkelrote Rosen bring ich, schöne Frau!
Und was das bedeutet, wissen Sie genau!
Was mein Herz empfindet, sagen ich’s nicht kann
Dunkelrote Rosen deuten zart es an!

(aus der Operette Gaspa(t)rone von Karl Millöcker).

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