Manchmal hilft da nur ein personeller Wechsel

In der Süddeutschen Zeitung fanden sich in letzter Zeit zwei lesenswerte Interviews. In dem einen fragt die SZ Professor Armin Falk vom Institut zur Zukunft der Arbeit an der Uni Bonn zum Thema Kontrolle und Leistungsbereitschaft am Arbeitsplatz, in dem anderen äußert sich Marco Nink von der Management Consultingfirma Gallup über Mitarbeitermotivation, Dienst nach Vorschrift und innerliche Kündigung. Sehr lesenswert, das.

SZ: Wer kontrolliert, der erhöht also nur die Zahl der Unwilligen?

Falk: Genau. Wir haben festgestellt, dass der misstrauische Chef letztlich Misstrauen und eine geringe Leistungsbereitschaft erntet. Der kooperative Vorgesetzte dagegen, der nicht einschränkt und auf Vertrauen baut, generiert gleichsam Kooperation und hohe Leistung. Das ist eine self-fulfilling prophecy.

SZ: Kann man eine verdorbene Belegschaft wieder umstimmen?

Falk: Das ist sicher sehr schwierig. Vertrauen zu zerstören ist leicht, es aufzubauen sehr schwer. Manchmal hilft da nur ein personeller Wechsel.


Nink: Als Arbeitgeber muss ich meine Mitarbeiter fair behandeln, ich muss ein Umfeld schaffen, in dem der Mitarbeiter sich wohl fühlt, in dem er produktiv werden kann – und das ihn nicht krank macht.
Das Arbeitsumfeld wirkt sich auch auf den Gesundheitszustand aus. Arbeitnehmer, die eine sehr hohe Bindung an ihren Arbeitsplatz haben, fehlen deutlich seltener. Das kann für Unternehmen einen Unterschied in Millionen-Höhe ausmachen.