15 Millionen Euro für 29 Stunden Beleuchtung

Karlheinz Stockhausen zu Besuch in Dresden, besser gesagt in Udo Zimmermanns Hellerau (SZ, DNN). Da, wo im Sommer 2008 sein 29 Stunden dauernder Opern-Zyklus „Licht“ aufgeführt werden soll. Für 10 bis 15 Millionen Euro bekommt man dann 29 Stunden Musik zu hören. Eine halbe Million pro Stunde „Licht“-Orgie für die Elite der Musikszene.

Für 15 Millionen Euro könnte man die 55 Musiker der Berliner Symphoniker 5 Jahre lang spielen lassen. Unter anderem jährlich 179 Veranstaltungen mit musikpädagogischem Konzept: moderierte Schulstunden („Klingende Klassenzimmer“), Workshops, moderierte Schulkonzerte, Konzerte für die ganze Familie, Absolventenkonzerte mit Studenten der Berliner Musikhochschulen.

55 Musiker, die ohnehin schon auf Zulagen, das 13. Monatsgehalt und Tarifrechte verzichten, erhielten nur 3,3 Millionen Euro, erwirtschafteten aber 25 Prozent der Fördersumme pro Jahr selbst! Kein anderes Berliner Orchester kann das vorweisen.

Während auf www.berliner-symphoniker.de immer noch ein UNDER CONSTRUCTION prangt, wo es doch eher UNDER DECONSTRUCTION heißen müßte, gaben die verbliebenen 40 Berliner Symphoniker am 10. April 2005 ihr vorerst letztes Konzert. Wer redet schon von PISA, wenn das Geld alle ist.

Natürlich trägt der Herr Stockhausen keine Schuld an der Schließung dieses Orchesters. Ich will nur die Verhältnismäßigkeit dieser Summen darstellen.

[update 28.11.2006] Die SZ berichtet, daß das Festspielhaus ausgerechnet die Lichtrechnung an die DREWAG nicht bezahlt hat und nun 14700 Euro Schulden bei den Stadtwerken hat. Nun ja.