Blasenschmerz zum Steinerweichen…

LIESTAL – Fremdkörper, die versteckt in Hohlorganen schlummern, gehören schon fast zum täglichen Brot operativ tätiger Arzte. Doch der Fall des jungen Mannes, über den der Urologe Dr. R. Casella vom Kantonsspital Liestal in der Schweizerischen Medizinischen Wochenschrift berichtet, fiel denn doch deutlich aus dem Rahmen.

Der Patient stellte sich wegen starker zystitischer Beschwerden in der Notfallstation vor und berichtete, seine Freundin habe ihm nach dem Geschlechtsverkehr ihr Armband durch die Harnröhre geschoben und dies sei dann „unerwarteterweise“ ganz in die Blase gerutscht. Die anfängliche Hoffnung des jungen Mannes, die 20 cm lange Unglückskette im goldenen Mittelstrahl per viam naturalem selbst bergen zu können, erfüllte sich nicht. Von der transurethralen Entfernung mittels Biopsiezange nahmen die Schweizer Kollegen wohlweislich Abstand, denn das Schmuckstück war nicht nur lang, sondern auch dick und hatte sich zudem in der Blase verknotet. Deshalb eröffneten die urologischen Goldsucher die Blase mit einer Laparotomie und förderten so das Kleinod zu Tage.

Nach der Bergung: Das Goldstück in voller Länge
Abb. aus: Schweizerische Medizinische Wochenschrift, Jg. 129 (1999), S. 639, 0 EMH Schweizerischer
Ärzteverlag AG, Basel

Quelle: R. Casella et al., Urologische Universitätsklinik beider Basel, Kantonsspital Liestal; Schweizerische Medizinische Wochenschrift, Jg. 129 (1999), S. 639 (URL).

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