Monat: April 2008

Posaunen bei Rossinis Barbier?

Rossini mit Autograph des Barbier Aufgrund widersprüchlicher Instrumentationsangaben für „Il Barbiere di Siviglia“ in den verschiedenen Partituren und Verzeichnissen befragte ich Mrs. Patricia B. Brauner, Uni Chicago, die gerade die kritische Neuausgabe des „Barbiers“ für Bärenreiter fertigstellt, nach Posaunenstimmen in Rossinis Oper:

Gibt es in einer Ihrer Quellen Posaunenstimmen für den „Barbier von Sevillia“?

Es gibt keine Posaunen in „Il barbiere di Siviglia“ in seiner Originalversion für Rom 1816, auch nicht in der Ouvertüre, welche aus „Aureliano in Palmira“ (1813) stammt. Wie auch immer, die neue kritische Ausgabe (welche wir hoffentlich noch 2008 veröffentlichen werden) wird als Anhänge zwei Arien enthalten, welche in Zusammenhang mit dem „Barbier“ stehen und eine Posaune erfordern.
Die erste ist eine Arie für Rosina (eingefügt vor der Gewittermusik), welche Rossini scheinbar der französischen Sängerin Joséphine Fodor-Mainvielle angeboten hat, die die Rolle der „Rosina“ im Teatro San Samuele Venedig 1819 spielte.
Die zweite ist als Ersatzarie für Bartolo, „Manca un foglio,“ komponiert von Pietro Romani für Florenz im Herbst 1816.

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Eine Viertel ist keine Achtel

Er hat größten Wert drauf gelegt, daß eine Note ausgehalten wird bis zum letzten Moment. Und ich hab gesagt: Eine ganze Note muss in der Realität vielleicht überhaupt nur wie eine Achtelnote klingen, und der Rest klingt weiter in der Illusion.

(Nicolaus Harnoncourt über Herbert von Karajan in der ZEIT)

Und wenn der Rest nicht weiter klingt?

„Mein lieber Wachtel, eine Viertel ist keine Achtel“

Hans von Bülows Albumspruch für den Tenor Theodor Wachtel wird von Richard Strauss sicher nicht nur des Reims wegen in seinem „Vorwort zu »Intermezzo«“ zitiert. Zu finden in dem sehr aufschlußreichen Buch „Betrachtungen und Erinnerungen“ von R.S., Hg. Willy Schuh, welches derzeit für Spottpreise geradezu verschleudert wird.